Begriffe von A bis Z
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Wer Bücher über Anandamayi Ma liest, begegnet auf fast jeder Seite Wörtern aus dem Sanskrit, dem Bengalischen oder dem Hindi. Dieses kleine Wörterbuch erklärt die häufigsten, mit dem Sinn, den sie in ihrem Umfeld hatten.
Zur Schreibweise
Indische Wörter werden in deutschen Texten sehr unterschiedlich geschrieben. Wissenschaftliche Werke verwenden Umschriftzeichen wie ā oder ṣ, populäre Bücher lassen sie weg. Bengalische Wörter erscheinen außerdem oft in einer Form, die der Aussprache folgt: Aus Ānandamayī wird Anandamoyi, aus bhāva Bhab. Wir nennen jeweils die gängige Schreibweise und, wo es hilft, die Umschrift.

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A bis K
- Ānanda
- Freude, Seligkeit. Nicht ein Gefühl, das kommt und geht, sondern der Zustand, der nach indischer Auffassung zum wahren Selbst gehört. Bestandteil ihres Namens, wie die Einführung erklärt.
- Ashram (āśrama)
- Ort eines geistlichen Lebens mit Wohnräumen, Tempel und Gästebereich. Mehr unter Ashrams und Orte.
- Ātman
- Das wahre Selbst, das Bewusstsein jenseits von Körper und Persönlichkeit.
- Bhajan
- Andachtslied, oft mit festem Text, im Unterschied zum Kirtan, der um den Gottesnamen kreist.
- Bhakti
- Hingabe, Gottesliebe. Siehe Bhakti: der Weg der Hingabe.
- Bhāva
- Innerer Zustand der Gottesliebe, der sich körperlich zeigen kann. Bei Anandamayi Ma vor allem in jungen Jahren beim Kirtan.
- Brahmachari, Brahmacharini
- Mann bzw. Frau, die ehelos und in strenger Disziplin im Ashram leben, oft als Vorstufe zur Mönchsweihe.
- Darshan (darśana)
- „Schauen“: die Begegnung mit einer heiligen Person oder einem Götterbild. Wer zu Ma kam, kam zum Darshan.
- Dīkṣā
- Einweihung, meist mit Übergabe eines Mantras. Ma weihte sich 1922 selbst ein.
- Guru
- Geistlicher Lehrer. Ma lehnte diese Rolle für sich weitgehend ab.
- Japa
- Wiederholung eines Gottesnamens oder Mantras, oft mit der Mala. Siehe Sadhana.
- Kheyāl
- Bengalisch: plötzlicher Einfall, Laune. Bei Ma der spontane innere Impuls, dem sie folgte, etwa beim Aufbruch aus Dhaka 1932.
- Kīrtan, Saṅkīrtan
- Gemeinsames Singen der Gottesnamen. Siehe Kirtan und Gottesname.
L bis Z
- Līlā
- Spiel. Die Vorstellung, dass die Welt ein Spiel des Göttlichen ist. Ma nannte ihre Übungsjahre sādhanā-līlā.
- Mā
- Mutter. In Bengalen respektvolle Anrede für jede verehrte Frau, bei ihr zum Namen geworden.
- Mālā
- Gebetskette, meist mit 108 Perlen.
- Mantra
- Heilige Silbe oder Formel, die wiederholt wird.
- Mauna
- Schweigen als Übung, für Stunden, Tage oder länger.
- Prasād
- Geweihte Gabe, meist Essen, das zuerst Gott oder der heiligen Person dargebracht und dann verteilt wird.
- Sādhanā
- Regelmäßige spirituelle Übung.
- Sādhu
- Wandermönch oder heiliger Mann, der der Welt entsagt hat.
- Samādhi
- Tiefe Versenkung, in der das Ich-Bewusstsein aufgehoben ist. Auch die Grabstätte eines Heiligen, etwa ihr Schrein in Kankhal.
- Saṃyam
- Zügelung, Selbstbeherrschung. Name der jährlichen Übungswoche ihrer Ashrams.
- Saṅgha
- Gemeinschaft. Der Shree Shree Anandamayee Sangha verwaltet ihre Ashrams.
- Satsang
- Gemeinschaft mit dem Wahren, Zusammenkunft mit Gespräch, Gesang und Stille. Siehe Satsang mit Ma.
- Sannyāsa
- Mönchsweihe, endgültiger Verzicht auf weltliches Leben.
- Śrī
- Ehrentitel, etwa „ehrwürdig“. Doppelt gesetzt (Sri Sri) als besondere Ehrung.
Feste, die in ihren Ashrams gefeiert werden
- Durga Puja: das große Herbstfest der Göttin, in Bengalen das wichtigste Fest des Jahres.
- Janmashtami: Geburtsfest Krishnas.
- Shivaratri: Nacht Shivas, mit Fasten und nächtlicher Andacht.
- Guru Purnima: Vollmond zu Ehren der Lehrer.
- Mas Geburtstag: nach dem Mondkalender im Frühjahr gefeiert, mit mehrtägigen Programmen.
- Todestag: Ende August, mit Andachten am Schrein in Kankhal.
Wozu ein Wörterbuch?
Begriffe sind Werkzeuge. Wer weiß, was kheyāl oder līlā bedeutet, liest die Berichte über Anandamayi Ma mit anderen Augen. Trotzdem bleiben Worte ein Hinweis, nicht die Sache selbst. Wer tiefer einsteigen möchte, beginnt am besten mit der Einführung oder mit dem Kapitel Ihre Lehre.
Weiterlesen
- Wer war Anandamayi Ma?Name, Herkunft und Bedeutung: der beste Einstieg für alle, die zum ersten Mal von ihr hören.
- Ihre LehreSelbsterkenntnis als eigentliche Aufgabe des Menschen und die Freiheit, den eigenen Weg zu gehen.
- Sadhana: die tägliche ÜbungFeste Zeiten, Gottesname, Meditation und Selbstbeherrschung: wie Übung im Alltag aussehen kann.