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Anandamayi Maআনন্দময়ী মা

Satsang mit Ma

Aktualisiert am · Lesezeit etwa 3 Minuten

Anandamayi Ma hat kein einziges Buch geschrieben. Was wir von ihr wissen, stammt aus Gesprächen, die andere aufgezeichnet haben. Wer ihre Worte liest, sollte wissen, wie diese Texte entstanden sind.

Was Satsang bedeutet

Satsang setzt sich aus sat, „das Wahre, Seiende“, und saṅga, „Gemeinschaft“, zusammen. Gemeint ist das Zusammensein mit dem Wahren, in der Praxis meist mit einem Menschen, der als erleuchtet gilt, oder mit Gleichgesinnten, die gemeinsam lesen, singen oder schweigen. Bei Anandamayi Ma war Satsang vor allem eines: Menschen saßen bei ihr und stellten Fragen.

Diese Zusammenkünfte hatten keine feste Form. Manchmal sprach sie lange, manchmal schwieg sie und antwortete nur mit einem Lächeln. Oft entwickelte sich aus einer persönlichen Frage ein Gespräch, an dem sich viele beteiligten. Die Antworten waren fast immer auf den Fragenden zugeschnitten.

Wie die Gespräche aufgezeichnet wurden

Lange bevor es Tonbandgeräte in Indien gab, schrieben Menschen aus ihrer Umgebung mit. Das war schwierig: Sie sprach schnell, umgangssprachlich und mit vielen Wortspielen, die im Bengalischen auf Klangähnlichkeiten beruhen.

Wie Mas Worte zu uns kommenVier Stufen untereinander: Gespräch, Mitschrift, Sammlung, Übersetzung.1. GesprächMa antwortet mündlich, meist auf Bengali, oftauf Fragen Einzelner2. MitschriftTagebücher und Notizen aus dem Umfeld, etwa vonGurupriya Devi und Bhaiji3. SammlungAuswahl, Ordnung und Druck der Texte, späterauch Tonaufnahmen4. ÜbersetzungEnglisch (u. a. Atmananda), daraus weitereSprachen, auch Deutsch
Vier Schritte trennen die meisten Leser von Mas gesprochenem Wort. An jedem Schritt wird ausgewählt und gedeutet.

Besonders wichtig sind drei Quellen:

  • Gurupriya Devi, ihre langjährige persönliche Begleiterin, führte über Jahrzehnte Tagebuch. Daraus entstand eine vielbändige Chronik auf Bengali, die Tag für Tag festhält, wo Ma war, wer kam und was gesprochen wurde.
  • Bhaiji (Jyotish Chandra Ray), einer der ersten Anhänger in Dhaka, schrieb ihre Antworten auf und veröffentlichte sie als Sammlung kurzer Lehrsätze. Sein Bericht über die frühen Jahre erschien auf Englisch als „Mother as Revealed to Me“.
  • Brahmachari Kamal Bhattacharjee und andere notierten in späteren Jahren Gespräche, die später gesammelt und gedruckt wurden.

Die Übersetzung ins Englische

Für Leser außerhalb Indiens wurde vor allem die Arbeit von Atmananda wichtig, einer gebürtigen Wienerin, die schon viele Jahre in Indien lebte, als sie 1962 von Anandamayi Ma eingeweiht wurde. Sie übersetzte Gesprächssammlungen und Lehrtexte ins Englische, darunter die Sammlungen „Sad Vani“ und „Matri Vani“. Viele deutsche Ausgaben sind wiederum aus diesen englischen Texten übertragen.

Daneben erschienen Biografien von Menschen aus ihrem Umfeld, etwa von der Philosophin Bithika Mukerji, und Erinnerungsbände wie der von Gopinath Kaviraj herausgegebene Sammelband „Mother as Seen by Her Devotees“ (1967). Die Zeitschrift Amrit Varta des Sangha druckt bis heute Gespräche und Erinnerungen ab.

Was das für Leser bedeutet

Aus dieser Entstehungsgeschichte folgen ein paar einfache Regeln für die Lektüre:

  1. Zusammenhang suchen. Ein Satz, der einer verzweifelten Witwe galt, sagt etwas anderes als derselbe Satz an einen ehrgeizigen jungen Mönch.
  2. Übersetzungen vergleichen. Wo mehrere Fassungen vorliegen, unterscheiden sie sich oft deutlich. Das zeigt, wie viel Deutung im Spiel ist.
  3. Mit Biografien verbinden. Die Tagebücher und Lebensberichte machen verständlich, warum sie etwas sagte.
  4. Vorsicht bei Zitatsammlungen im Netz. Viele kursierende Sprüche lassen sich keiner Quelle zuordnen.

Fragen und Antworten

Die Gespräche kreisen um wiederkehrende Fragen: Wie soll man meditieren? Was tun, wenn der Geist unruhig ist? Wie verbindet man Familie und spirituelles Leben? Warum gibt es Leid? Typisch für ihre Antworten ist, dass sie selten eine Methode vorschrieb. Häufiger stellte sie eine Gegenfrage oder gab ein Bild, mit dem der Fragende selbst weiterdenken konnte. Beispiele dafür sammelt das Kapitel Aussprüche und Gleichnisse.

Satsang heute

In den Ashrams des Sangha gibt es weiter regelmäßige Satsang-Zeiten mit Lesungen aus ihren Gesprächen, Gesang und Stille. Auch außerhalb Indiens treffen sich kleine Kreise, um gemeinsam zu lesen. Die Form ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist, dass Menschen sich gemeinsam für eine Weile dem zuwenden, worum es Anandamayi Ma ging. Wie Gesang dabei hilft, beschreibt das Kapitel Kirtan und Gottesname.

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