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Anandamayi Maআনন্দময়ী মা

Sadhana: die tägliche Übung

Aktualisiert am · Lesezeit etwa 3 Minuten

Sadhana heißt wörtlich „Mittel zum Ziel“ und meint jede regelmäßige spirituelle Übung. Für Anandamayi Ma war sie nicht Sache weniger Mönche, sondern Aufgabe jedes Menschen, gleich in welcher Lebenslage.

Was Sadhana bedeutet

Das Sanskrit-Wort sādhanā kommt von der Wurzel sādh, „zum Ziel führen, vollbringen“. Gemeint ist alles, was ein Mensch regelmäßig tut, um sich dem Göttlichen oder seinem wahren Selbst anzunähern: Gebet, Meditation, Wiederholung eines Mantras, Lesen heiliger Schriften, Dienst an anderen, Fasten.

Anandamayi Ma kannte Sadhana aus eigener Erfahrung. Ihre Jahre in Bajitpur nannte sie ein „Spiel der Übung“, in dem sie viele Wege nacheinander durchlief. Für andere empfahl sie dagegen meist etwas Einfaches, das sich durchhalten lässt.

Die feste Zeit

Ihr häufigster praktischer Rat betraf die Zeit. Jeder solle täglich eine feste Zeit für die Übung reservieren, möglichst zur gleichen Stunde. Wer wenig Zeit hat, beginnt mit wenigen Minuten; überliefert ist ihr Hinweis auf eine Viertelstunde täglich. Wichtig war ihr, dass diese Zeit frei bleibt, ohne Telefon, ohne Gespräche, ohne nebenbei zu planen.

Typische Zeiten in ihren Ashrams sind die frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang und der Abend bei Sonnenuntergang. Beide gelten in der indischen Tradition als besonders geeignet, weil sie Übergänge sind: Der Tag ist noch nicht oder nicht mehr voll im Gang.

Japa mit der Mala

Die Übung, die Anandamayi Ma am häufigsten empfahl, war japa: das stille oder halblaute Wiederholen eines Gottesnamens oder Mantras. Welchen Namen man wählt, überließ sie dem Einzelnen und seiner Tradition. Infrage kommen etwa Rama, Krishna, Shiva, ein Name der Göttin oder das schlichte Om.

Gebetskette (Mala) mit 108 PerlenKreis aus 108 Perlen mit einer größeren Kopfperle und Quaste; jede 27. Perle ist farbig markiert.108Perlen, eine Runde JapaKopfperle (Meru)
Eine Mala hat in der Regel 108 Perlen und eine Kopfperle, die beim Zählen nicht übersprungen wird. Am Ende einer Runde dreht man die Kette um.

Zum Zählen dient die mālā, eine Kette aus meist 108 Perlen. Man lässt sie Perle für Perle durch die Finger gleiten und spricht bei jeder den Namen. Die Kette hilft, bei der Sache zu bleiben, und gibt ein Maß: Viele nehmen sich eine bestimmte Zahl von Runden pro Tag vor. Das Gleichnis vom Kandiszucker beschreibt, was Anandamayi Ma sich von dieser Übung versprach.

Meditation

Neben dem Japa empfahl sie Meditation, ohne eine bestimmte Technik vorzuschreiben. Häufig riet sie, das Japa so lange fortzusetzen, bis es von selbst still wird. Wer bereits eine Methode von seinem Lehrer hatte, sollte dabei bleiben. Wichtig waren ihr eine aufrechte, ruhige Haltung und Geduld mit dem unruhigen Geist. Abschweifende Gedanken solle man nicht bekämpfen, sondern immer wieder zum Namen oder zum Gegenstand der Meditation zurückkehren.

Samyam: Übung in Selbstbeherrschung

Seit mehr als sechzig Jahren gibt es jedes Jahr eine Woche gemeinsamer Übung, das Samyam Mahavrata, auch Samyam Saptah („Samyam-Woche“) genannt. Heute findet sie im Ashram von Kankhal statt. Saṃyam bedeutet Zügelung oder Selbstbeherrschung. Die Teilnehmer halten sich eine Woche lang an feste Regeln: einfache Kost, an manchen Tagen Fasten, Zeiten des Schweigens, Meditation, Lesungen und gemeinsamer Gesang. Anandamayi Ma war bei diesen Wochen meist selbst anwesend.

Der Ganges bei Haridwar
Der Ganges bei Haridwar. Ganz in der Nähe liegt der Ashram von Kankhal, in dem die Samyam-Woche stattfindet.
Foto: Liz Highleyman from San Francisco, USA · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Übung in der Familie

Viele, die zu ihr kamen, waren verheiratet und berufstätig. Ihnen sagte sie nicht, sie müssten in einen Ashram ziehen. Stattdessen sollten sie ihre Pflichten als Gottesdienst verstehen: Kochen, Arbeiten, Kinder erziehen, mit dem Gedanken, es für das Göttliche zu tun. Daneben die tägliche feste Zeit, ab und zu ein Tag des Rückzugs, und wenn möglich die Gemeinschaft mit anderen im Satsang.

Fehler, vor denen sie warnte

Aus den Gesprächen lassen sich einige Warnungen herauslesen. Übung nur in guten Zeiten und Nachlassen in schlechten. Ständiger Wechsel der Methode auf der Suche nach schnelleren Erfahrungen. Stolz auf die eigene Übung oder Vergleich mit anderen. Und das Warten auf besondere Erlebnisse: Visionen und Zustände, sagte sie sinngemäß, seien Stationen am Weg, nicht das Ziel.

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Eng mit dem Japa verbunden ist der gemeinsame Gesang, das Thema des nächsten Kapitels Kirtan und Gottesname. Die Grundgedanken hinter der Übung erklärt Ihre Lehre.

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