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Anandamayi Maআনন্দময়ী মা

Aussprüche und Gleichnisse

Aktualisiert am · Lesezeit etwa 3 Minuten

Anandamayi Ma sprach in Bildern aus dem Alltag Bengalens: Süßigkeiten, Kinder, Hausarbeit, Flüsse. Viele dieser Gleichnisse werden bis heute weitererzählt. Hier stellen wir die bekanntesten vor, sinngemäß in eigenen Worten und mit einer kurzen Erklärung.

Vorbemerkung zu den Zitaten

Fast alles, was von Anandamayi Ma überliefert ist, wurde auf Bengali oder Hindi gesprochen, von anderen mitgeschrieben und dann übersetzt, oft über das Englische ins Deutsche. Die Wortspiele ihrer Muttersprache gehen dabei meist verloren. Deshalb geben wir ihre Aussagen hier nicht als wörtliche Zitate wieder, sondern sinngemäß. Wer die Formulierungen der veröffentlichten Übersetzungen sucht, findet Hinweise unter Quellen und Literatur.

Anandamayi Ma im Sitzen, undatierte Aufnahme.
Anandamayi Ma im Sitzen, undatierte Aufnahme.
Foto: Hochgeladen auf der französischen Wikipedia · Public domain · Wikimedia Commons

Der Kandiszucker im Mund

Eines ihrer bekanntesten Bilder handelt vom Gottesnamen. Wer ein Stück Kandiszucker im Mund behält, so sagte sie, merkt, wie es langsam schmilzt, und die ganze Zeit bleibt ein süßer Geschmack. Genauso werde durch das ständige Wiederholen von Gottes Namen nach und nach alles süß.

Das Gleichnis erklärt, warum sie so großen Wert auf japa legte, die Wiederholung eines Namens oder Mantras. Es geht nicht um ein plötzliches Erlebnis, sondern um langsame Durchdringung. Der Zucker wirkt, auch wenn man nicht an ihn denkt. Mehr zur Praxis steht im Kapitel Kirtan und Gottesname.

Das Kind mit den Süßigkeiten

Gefragt, warum sie keine Vorträge halte, antwortete sie mit einem Bild: Sie sei nur ein Kind und wisse nicht, wie man Reden hält. Ein Kind, das etwas Süßes findet, bringt es zu Vater und Mutter. Genauso gebe sie weiter, was gut sei, und jeder solle sich davon nehmen, was ihm gefällt.

Das ist mehr als Bescheidenheit. Es beschreibt, wie sie lehrte: nicht systematisch, sondern als Angebot. Niemand musste alles annehmen.

Lacht, so viel ihr könnt

Viele, die sie erlebten, erinnern sich an ihr Lachen. Sinngemäß riet sie, man solle jede Gelegenheit zum Lachen nutzen, und zwar von Herzen. Ernsthaftigkeit in der Übung und Heiterkeit schlossen sich für sie nicht aus. Im Gegenteil: Verbissenheit hielt sie für ein Zeichen, dass das Ego noch die Regie führt.

Fünfzehn Minuten am Tag

Mehrfach überliefert ist ein sehr praktischer Rat. Wer jeden Tag eine feste Zeit, und sei es nur eine Viertelstunde, ausschließlich dem Göttlichen widmet, dem versprach sie ihre Unterstützung. Entscheidend sei die Regelmäßigkeit, nicht die Dauer. Für Menschen mit Familie und Beruf war das ein realistischer Anfang. Wie so eine Übung aussehen kann, beschreibt das Kapitel Sadhana.

Das Universum aus Freude

Ein weiterer Gedanke betrifft das Verhältnis von Welt und Glück. Die Welt sei aus Freude entstanden, sagte sie sinngemäß, deshalb finde der Mensch auch an vergänglichen Dingen Freude. Weil diese Dinge aber vergehen, bleibe ein Mangel. Wer die Freude an ihrer Quelle sucht, statt in den Dingen, finde etwas, das nicht vergeht.

Der Tanz

Im Gespräch mit dem Tänzer Uday Shankar sprach sie über den Tanz als Bild: Die Schritte wechseln ständig, und doch ist es ein und derselbe Tänzer. So verhalte es sich mit dem Göttlichen und der Welt. Wer nur auf die Bewegungen schaut, sieht Vielfalt und Wechsel; wer den Tänzer sieht, erkennt die Einheit.

Wo immer du bist

Als ihre letzte Anweisung vor ihrem Tod 1982 wird überliefert, man solle sich, wo immer man gerade sei, gesammelt in die spirituelle Übung vertiefen. Für viele Anhänger ist dieser Satz eine Zusammenfassung ihrer ganzen Lehre: Kein Ort ist besser als der, an dem man steht, und keine Zeit besser als jetzt.

Jeder hat recht

Theologische Streitgespräche beendete sie gern mit einer Bemerkung, die sinngemäß lautete, jeder habe von seinem Standpunkt aus recht. Das war keine Ausflucht. Sie wollte zeigen, dass Streit über Wege den Blick auf das Ziel verstellt. Der Gedanke hängt eng mit ihrer Überzeugung zusammen, dass es viele gültige Wege gibt, wie das Kapitel Ihre Lehre erklärt.

Wie man mit Aussprüchen umgeht

Kurze Sätze verführen dazu, sie wie Kalendersprüche zu lesen. Bei Anandamayi Ma lohnt es sich, nach dem Zusammenhang zu fragen: Wer hat gefragt, in welcher Lage, was war vorher geschehen? Die großen Gesprächssammlungen bieten diesen Zusammenhang oft. Wie sie entstanden sind, erklärt das nächste Kapitel, Satsang mit Ma.

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